Freitagsritual

Wie ihr vielleicht schon wisst LIEBE ich Rituale. Ich finde sie im Schulalltag wichtig, denn sie geben dir selbst viel Struktur und den Kindern Sicherheit. Dabei trainiert man Abläufe und wiederholt bewusst Dinge, welche einem wichtig sind. Deshalb möchte ich euch heute etwas mehr über unser Freitagsritual erzählen.

Was für euch zu Beginn noch wichtig zu wissen ist: Das Ritual findet in den ersten beiden Lektionen statt und der Heilpädagoge ist bei beiden Lektionen dabei.

Einstieg

Da dies während der Woche oft zu kommt kommt, habe ich mir fest vorgenommen, an jedem Freitag zum Start etwas Lustiges, Klassenklima-Förderndes zu machen. So starten wir am Freitag jeweils mit einem Spiel, kleinen Brettspielen in Gruppen, ein paar Liedern oder einer Geschichte. Dies kommt bei den Kindern sehr gut an und sie freuen sich immer darauf.

Am Visualizer ist immer die obenstehende Folie eingeblendet. Darauf sind Arbeiten aus 3 Bereichen zu erledigen, welche ich euch nun vorstelle.

Lerntagebuch

Pro Woche stelle ich den Kindern 3 bis 4 Fragen, über welche sie nachdenken, berichten oder erzählen sollen. Die Fragen können zu einem bestimmten Thema oder Fach sein, zu einem Ausflug, zum Klassenklima oder einfach nur wie es dem Kind geht. Die Kinder schreiben erfahrungsgemäss sehr gerne Lerntagebuch und freuen sich, etwas über sich zu erzählen. Sie sind auch oftmals sehr ehrlich und erzählen mir Dinge, welche sie mir sonst wohl nicht einfach so erzählen würden. Ich schreibe allen Kindern zurück, jedoch meist nur 1 Satz pro Woche. Das Lerntagebuch ist ein A5-Heft und die Kinder sollen jeweils eine Seite pro Woche schreiben (das sind ca. 6-8 Sätze).

Abschluss Wochenplan

Wir arbeiten mit Wochenplänen. Das heisst, unsere Schülerinnen und Schüler arbeiten sehr selbstständig und in ihrem eigenen Tempo. Als Lehrperson verliert man da schnell mal den Überblick. Deshalb ist ein ritualisierter Abschluss am Ende der Woche so wichtig.

Unsere Lernenden haben den Auftrag am Donnerstagabend alle Aufgaben des Wochenplans fertig zu stellen. Das heisst: Am Freitag in der Schule werden keine Aufgaben mehr gelöst. Es besteht jedoch noch die Möglichkeit zu korrigieren und Unterschriften von uns Lehrpersonen zu holen. Der Plan ist fertig, wenn alle Aufgaben “abgestrichen” sind, das heisst überall von einer Lehrperson unterschrieben.

Zu Beginn der Stunde verteile ich Namensstäbchen, auch welchen die Namen der Kinder stehen. Ist der Plan fertig, so bringt das Kind das Stäbchen zurück. So weiss ich, dass es für das Wochenplangespräch bereit ist. Unterdessen kann es beim nächsten Punkt weiterarbeiten.

Für das Wochenplangespräch teilen wir die Klasse in zwei Gruppen auf, so dass jede Lehrperson ein Gespräch mit einer Halbklasse hat. Der Reihe nach rufen wir die Kinder zu uns, schauen uns die Pläne an, fragen die Kinder wie ihre Woche war und ob das Niveau (1,2,3) noch passend für sie ist. Auch schauen wir uns gemeinsam die Hausaufgabenübersicht an und geben Tipps zur Einteilung der Arbeit. Manchmal setzen sich die Kinder auch ein Ziel für die Woche, welches wir dann am Gespräch thematisieren. Wir Lehrpersonen machen jede Woche eine Notiz ins Lehreroffice. Es ist zusammenfassend einfach auch eine schöne Gelegenheit, um mit den Kindern ins Gespräch zu kommen, sie und ihre Arbeit wertzuschätzen und sie zu motivieren. Seit wir die Gespräche machen, bin ich viel “näher” an den Kindern dran und kann sie so besser begleiten.

Wir orientieren uns an folgenden Fragen:

  • Ist die Arbeitsmenge passend?
  • Ist der Wochenplan fertig?
  • Hast du alle Themen verstanden?
  • Wie hast du in der Schule gearbeitet?
  • Wie geht es dir?
  • (Hast du dein Ziel erreicht?)

Aufräumen

Etwas, was ich auch schon seit vielen Jahren mache, ist aufräumen. Und zwar JEDE, EINZELNE WOCHE. Unordnung kann ich gar nicht leiden, denn sie macht mich nervös. Die Kinder sollen lernen, wie man sich organisieren und Ordnung halten kann. Deshalb räumen wir auf. Gaaaaanz oft. Der Ablauf ist jede Woche der selbe.

Die Kinder versorgen ihre Arbeitsblätter in einer Fächermappe. Diese wird jeden Freitag vollständig ausgeräumt. Das heisst, jedes Blatt muss raus. Dann nehmen sie jedes Blatt einzeln in die Hand und überlegen: Brauche ich das noch oder ist das Thema abgeschlossen? Danach kommt das Blatt entweder zurück in die Fächermappe oder es wird eingeordnet, also abgelegt. Schöne Arbeiten (Gedichte, Plakate, Geschichten) können auch ins Kreativheft geklebt werden.

Danach leeren sie ihren Schulthek. Alles muss raus, damit sie ihn draussen ausschütteln können. Und das lohnt sich wirklich… igitt, was da alles rauskommt :-).

Das Pult wird selbstverständlich aufgeräumt und oben geputzt. Ich erkläre den Kindern jeweils zu Beginn des Schuljahres, wie ich die Ordnung gerne hätte, dann klappt das meistens ganz gut.

Zuletzt wird noch das Klassenzimmer aufgeräumt: Leseecke, Spiele, Ordner, Becher, …

Natürlich funktioniert das nicht immer einwandfrei und ich mache immer mal wieder spontane Kontrollen. Was auch ganz gut funktioniert: Die Kinder kontrollieren gegenseitig Mappen, Schultheks und Co. Ihr denkt jetzt vielleicht, das ist ein bisschen übertrieben? Vielleicht ist es das, aber es lohnt sich auf jeeeeeeden Fall.

Beschäftigung am Platz

Wenn die Kinder mit den 3 Punkten fertig sind, dürfen sie am Platz lesen oder im Zeichnungsheft zeichnen. Währenddessen finden dann die Wochenplangespräche statt und es herrscht eine entspannte und angenehme Stimmung.

Klassenrat

Danach findet bei uns ein Klassenrat statt. Dieser passt aber meist nicht mehr in die 2 Lektionen und wir machen ihn nach der grossen Pause. Alle Infos zum Klassenrat findet ihr hier:

Download

Falls du die PPP-Datei des Freitagsrituals herunterladen möchtest, kannst du das hier machen: